Himmlisch! Die Architektur des Kölner Doms (Podcast 1/5)

Kölner Domspitzen

Jetzt wird´s himmlisch! In meiner neuen Serie spreche ich mit einem Experten über die berühmteste Sehenswürdigkeit in Köln! Den Kölner DomOptimale Reisevorbereitung vor einem Besuch der schönsten Stadt am Rhein! Und was für Herz & Seele gleich mit dazu.

Auf Reisen hat man ja meistens mehr Zeit und Muße dazu, sich besondere Bauwerke anzusehen. Wenn man aber vor Ort ist, oft nicht die richtigen Infos parat. Deshalb wollte ich gerne Sprache und Bild miteinander verbinden und präsentiere euch ganz stolz mein erstes Video! Die Folge gibt es auch als Download für eure Geräte und schon habt ihr einen Mini-Reiseführer dabei, wenn ihr den Dom besucht!

Vor Ort hat mir Dr. Dominik Meiering an fünf Stationen im Kölner Dom etwas über das Bauwerk erzählt. Er ist Pfarrer und Seelsorger für die Jugend in der Stadt Köln, Kunsthistoriker, Theologe und ein leidenschaftlicher Kenner und Fan des Kölner Doms.

Hier gibt´s auch eine mp3-Datei des Podcasts über die Architektur des Kölner Doms. Ab auf eure Geräte damit und die Ohren gespitzt! Jetzt seid ihr dran: Was ist für euch das Beeindruckendste am Kölner Dom? Habt ihr eine besonders schöne Erinnerung an den Besuch in Köln? Erzählt mir was in den Kommentaren!

Himmlisch! Die Architektur des Kölner Doms (Podcast 1/5) from Reisemeineslebens on Vimeo.

Infos:

www.koelner-dom.de

www.dombau-koeln.de

 

 

 

Buchrezension: Frauen reisen solo!

Frauen reisen solo

Carina Herrmann hat einen nützlichen Ratgeber für alleinreisende Frauen geschrieben – und ich habe die Ehre, das Buch zu rezensieren. Herzlichen Glückwunsch! Die Reisewelt wird inspiriert vom Titel: Frauen reisen solo! Der Ratgeber mit viel Herzblut ist Mitte März erschienen und in zwei Ausgaben erhältlich: Als Taschenbuch (354 Seiten, 12,99€) und Kindle E-Book (313 Seiten, 7,99€) – beides erschienen auf der CreateSpace Independent Publishing Platform. In elf Kapiteln verfolgt die Autorin ihre klare Mission: Frauen zu beweisen, dass sie alleine reisen können! Frei nach dem Motto: „Lass deine Träume wichtiger sein als Deine Ängste!“

Die Geschichte der Autorin ist dabei das beste Beispiel. Carina Herrmann hat 2011 ihre erste Weltreise unternommen und ist ihrer Leidenschaft seitdem konsequent nachgegangen, trotz mancher Hindernisse! Wie sympathisch, dass sie ihr Glück zwischen zwei Buchdeckeln weitergibt. Nachdem sie ihr Hab und Gut verkauft hat, ist sie jetzt dauerhaft unterwegs und sieht sich die Welt an. Darüber hinaus ist sie mit ihrem Reiseblog Pinkcompass sehr erfolgreich!

Das Buch

Im Vorwort kann sich jede zukünftige Leserin in Carinas persönliche Geschichte einfinden und damit auch entscheiden, ob das Buch die richtige Wahl ist. Wer es im Buchladen beim Stöbern in die Hände bekommt, kann sich einen guten Überblick verschaffen und hat Gelegenheit zur optimalen Kaufentscheidung (Kaufen!). Wie man von A nach B kommt ist dabei das eine, welche Träume hinter dem Reisen für jede stecken das andere! Carina stellt Fragen, die zu Entscheidungen führen können. Nach dem, was wir als Frauen wollen, können und uns trauen! Persönlich und direkt.

Die Kapitel

* Warum du mindestens einmal im Leben alleine reisen solltest! * Finde Deine Art des Reisens * Vor der Reise * Die Reisekasse: Tipps & Tricks wie sie länger hält! * Alles rund ums Packen * Flüge, Busse, Züge, Unterkünfte * Als alleinreisende Frau sicher unterwegs! * Arbeiten auf Reisen: Füll Deine Reisekasse! * Gesundheit & Hygiene unterwegs! * Technik auf Reisen: Was brauchst Du wirklich? * Das „Danach“ * Bonus: Spezielle Tipps zu einzelnen Ländern und dem Budget *

Die Themen in den Kapiteln decken alle zentralen Fragen ab, die man sich vor einer Reise stellt. Und sie thematisieren Dinge, über die man überhaupt noch nicht nachgedacht hat! Hier sind insbesondere die 23 Lektionen zu nennen, “die dich eine Langzeitreise lehrt”! In ihnen steckt für mich viel Ermutigung und die Zuversicht, das Reisen auch immer für seine persönliche Entwicklung nutzen zu können.

Carina verwendet besonders im ersten Teil des Buches viel Zeit und Überzeugungskraft darauf, Sorgen und Ängste im Dialog mit der Leserin zu behandeln. Seien es Bedenken, unterwegs alleine zu sein oder die Suche nach dem richtigen Zeitpunkt. Gerade die intensiven Fragen im Vorfeld einer langen Reise eignen sich perfekt als Reisevorbereitung. Die Antworten von Carina sind nie einfach, sondern durch ihre eigene Entwicklung eines Erfahrungswissens auf Reisen geprägt, welches sie gerne weitergibt.

Besonders für was-mache-ich-wenn-Szenarien, die uns schon mal heimsuchen, bietet die Autorin praktische Hilfen. Die thematisch gut geordneten Kapitel beantworten irre viele Fragen, die man sich insgeheim stellt und geben so Sicherheit bei der konkreten Reiseplanung. Vom Buchen und Packen bis zur Unterkunft, Verpflegung, Technik und Transportfragen vor Ort und auch dem Danach! Der Sicherheit und Gesundheit unterwegs widmet Carina dabei immer wieder ihre Aufmerksamkeit – für Ladies besonders wichtig! Wenn ich diese Hinweise und Tipps vor meiner ersten Reise gehabt hätte, wäre ich definitiv ruhiger gestartet…

Gesamtbewertung

Das Buch ist ein treuer und fundierter Begleiter auf dem Weg zum Traum vom Reisen. Und das allerbeste? Ihr kriegt Tipps und eigene Erfahrungen zur Umsetzung! Sie sind Gold wert, wenn man vor der Frage steht, wie man als Frau erfolgreich und planvoll alleine auf Reisen geht. Ich halte das Buch für ein wertvolles Nachschlagewerk, was man mehrmals nutzen kann. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, ich würde mit einer erfahrenen Reisenden bei einem Glas Wein auf der Terrasse sitzen und mir am Ende des Gesprächs vieler eigener Fragen sicherer sein. Der Leserin gegenüber immer respektvoll und empathisch, aber auch herausfordernd und mutig. Danke für das schöne Buch – lest es & liebt es.

Das Leben muss pinker werden.

 www.pinkcompass.de 

Internationale Tourismusbörse (ITB)

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Morgen breche ich auf nach Berlin, um der ITB einen Besuch abzustatten. Ich bin gespannt auf das größte Jahresevent der Reiseindustrie! Neben 170.000 Besuchern sind über 11.000 Unternehmen aus 180 Ländern vertreten, also jede Menge Potential für neue Destinationen und Reiseziele! Ich fürchte, akutes Fernweh all inklusive.

In verschiedenen Hallen kann man sich durch die Präsentationen der Länder und Kontinente bewegen. Das Partnerland ist in diesem Jahr Mexiko. Ansonsten gibt es viele weitere Messesegmente, die auf Bücher, Kreuzfahrten, Abenteuerreisen, ökologisches Reisen oder Kulturtourismus spezialisiert sind. Ich möchte mich gerne auf die E-Travel-World konzentrieren und mich ansonsten treiben lassen. Aber meistens ist man eh auf solchen Messen nach der Hälfte der Zeit fix und foxy.

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Quelle: http://mrsberry.de/14806/reiseblogger-treffen-itb-2014/

Bloggertreffen auf der ITB

Statt einer Akkreditierung als Bloggerin habe ich immerhin ein Tagesticket als Fachbesucherin geschenkt bekommen und freue mich riesig darüber. Am Freitag habe ich so die Gelegenheit, ein Reisebloggertreffen zu besuchen. Die Reisebloggerin Christina Nagel-Gasch (alias http://www.mrsberry.de) hat es in Kooperation mit Tirol Werbung dankenswerterweise organisiert. Wenn ich die Anmeldeliste durchsehe, werde ich dort unglaublich viele Reiseblogger treffen, die ich bisher nur online kenne! Aufregend.

 

Rund um meinen Besuch

Obwohl ich schon oft in Berlin war, freue ich mich immer wieder auf einen Besuch im Bundesviertel. Am Sonntagmorgen geht es durch das Reichstagsgebäude auf einer Themenführung „Architektur & Kunst“.

Collage Berlin

 

Und irgendwann dazwischen probiere ich eine Stadtführung mit den Berlin Greetern aus. Einheimische jeden Alters und Hintergrunds führen dabei Touristen in kleinen Gruppen (1-6 Personen) zu ihren Lieblingsplätzen, Geheimtipps und Stadtteilen, in denen sie leben. Frei nach dem Motto: Komm als Gast – geh als Freund! Greeter gibt es auf der ganzen Welt – in Deutschland schließen sich auch immer mehr Städte an, z.B. auch Köln, München oder Hamburg. Mehr Infos zum Greeter-Netzwerk auf der ganzen Welt findest du hier.

Hostelcheck Köln: Weltempfänger in Ehrenfeld

Mickey Mouse

Neulich habe ich meine Sachen gepackt und bin für eine Nacht in ein Hostel in Köln umgezogen. Als Auftakt für eine lose Reihe, in der ich die Quartiere und Unterkünfte im Rheinland für Backpacker teste war das die Premiere! Und sogar mit etwas Aufregung verbunden. Wie gut, dass die Crew vom Weltempfänger im Kölner Stadtteil Ehrenfeld auf den Besuch erstmal mit mir angestoßen hat! Der hauseigene Kräuterschnaps namens „Gärtner“ ist unbedingt zu empfehlen und besteht aus 48 verschiedenen Kräutern. Er wird im Keller vom Weltempfänger hergestellt. Übrigens auch ein schönes Souvenir zum Mitnehmen von eurer Reise nach Köln.

Mein Besuch im Weltempfänger

Das Hostel und Café “Weltempfänger” ist wirklich eine charmante Location! Am Rand von Ehrenfeld, nur 2,5 km von der Innenstadt entfernt findest du an der Haltestelle Piusstraße direkt auf der Ecke dein Zuhause auf Zeit. Seit fünf Jahren ist der familiäre Betrieb von Britta und Roland Sachs mit 14 Zimmern in verschiedenen Größen mit von der Partie. Die Räume, die ich gesehen habe, waren alle mit Liebe zum Detail und möbliertem Charme aus vergangenen Jahrzehnten eingerichtet. Im Erdgeschoss befindet sich Café und Restaurant, das Gäste als ihr Wohnzimmer jederzeit mitbenutzen können. Hier finden auch Konzerte und Veranstaltungen statt. Im Übernachtungsbereich gibt es für Gäste auch noch eine Küche inklusive Aufenthaltsraum.
Weltempfänger

 

Meet & Greet mit anderen Reisenden

Im Laufe des Abends habe ich den ein oder anderen Plausch mit anderen Gästen gehalten: Ein zurückhaltender und höflicher Koreaner, der schon länger im Weltempfänger wohnt und für eine deutsche Firma Marketingprojekte umsetzt. Oder die Chinesin aus HongKong, die die Süsswarenmesse ISM besucht und mir ihre wunderschönen Produktdesigns in Form von Schokoladentafeln und Pralinenschachteln zeigte :-) Wie auch sonst in der großen weiten Welt war es die klassische Hostelerfahrung: Du kommst in ein Zimmer und bist eine Stunde später in Gespräche mit Händen und Füßen verwickelt!

Gäste

 

Next day: Frühstück und Sightseeing am Dom

Weltempfänger

Nach einem leckeren Frühstück und Abschied vom Hostel musste ich wenigstens noch mal kurz am Dom vorbei. Mit meinem Rucksack habe ich mich schon ziemlich tourimäßig gefühlt. Und traf neben Mickey Maus ein sympathisches Paar, ausgerechnet aus Indonesien und China! Die beiden Studenten aus Dortmund waren begeistert vom Dom und alles zusammen eine schöne Begegnung mit viel Gelächter.

Momentaufnahmen

 

Fazit und Extratour:

Ein solides Hostel mit eigenem Charme, netten Leuten und einer super zentralen Lage. Unbedingte Weiterempfehlung! Danke auch an Jutta von der Rezeption, mit der ich ein Mini-Interview geführt habe (Leider ist am Ende die Tontechnik nicht gut genug gewesen für ein Video… Sorry). Bei besserem Wetter hat der Weltempfänger noch eine Extratour zu bieten: den Wellenfänger! In einem restaurierten und aufgehübschten Rettungsboot von der Marine bietet das Hostel eigene Bootstouren auf dem Rhein an! Eine super Sache und es würde mich wundern, wenn das nicht ein attraktives Alleinstellungsmerkmal unter den Kölner Hostels ist! Los geht´s im Rheinauhafen (Südstadt) und gebucht werden kann das Angebot für bis zu 12 Personen. Nicht nur für Gäste! Info zu Buchung und Preisen findet ihr hier: http://www.koeln-boot.de/

Das Hostel im Überblick: 

Zimmer: Vom Einzelzimmer inklusive Bad (38,00€) bis zum 6er-Zimmer mit Bad auf dem Flur (19,00€) ist alles dabei.

Anschrift: Venloer Str. 196, 50823 Köln-Ehrenfeld

Telefon: +49 (0)221 99579957

www.koeln-hostel.de 

Mitglied im http://www.backpacker-network.de/

Und jetzt ihr:

Was war eure verrückteste Übernachtung? Welches Hostel werdet ihr auf euren Reisen niemals vergessen? Oder habt ihr schon einmal “Urlaub in der eigenen Stadt” gemacht? Ich bin gespannt. Als nächstes werde ich jedenfalls das Überleben im Wohnwagen testen. Wo? In einem noch recht neuen Hostel in Bonn. Bis dahin alles Liebe von Elisabeth!

Die besten Reisepodcasts (Teil 3/3)

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Willkommen zum dritten Teil meiner Empfehlungen für Reisepodcasts. Geschichten und Erlebnisse aus anderen Ländern und Städten immer dabei zu haben, ist besonders für Reisende praktisch. Und für Leute, die auf der Suche nach neuen Reisezielen sind – inspirierend! Für alle, die zuhause bleiben möchten, macht auch Bügeln wieder einen Sinn.

Ran an die Kopfhörer:

Was mit Reisen: Hintergrund, Klatsch und Service für Touristik-Profis! Mit 159 Ausgaben gehört der Podcast „Was mit Reisen“ für mich zu den beständigen Klassikern. Hinter der Produktion steckt Jürgen Drensek, erfahren und vielseitig unter anderem im öffentlich-rechtlichen Hörfunk unterwegs. Die Sendungen sind oft gut eine Stunde lang, was mir super gefällt, weil man dann einfach besser ins Thema eintauchen kann.  Eine Sendung hat meistens mindestens 4 verschiedene Themen. Hört mal rein, zum Beispiel in Folge 157, unter anderem mit fiesen Tricks von Flugportalen und besten Tricks für Meilensammler. Zum Feed geht es hier.

Das Ferngespräch: Unterhaltungen rund um die Welt. Diese Neuentdeckung ist das Projekt von Alexander Schmid und Dirk Primbs. Alexander ist seit Silvester 2013 auf Weltreise und Dirk begleitet diese von zuhause aus via Podcast. Tolle Sache! Ab Episode 4 geht´s auf Reisen, von Johannesburg über Kapstadt (Episode 5) nach Dubai, Mumbai und Goa (Episode 6) bis zur aktuellen Folge 7 über Delhi, Pushkar, Agra und Varanasi. Direkt zum Feed-Abo!

Auf dem nützlichen Reiseblog Rooksack sammelt Peter Althaus Begegnungen unter gleichen. Der Autor, selbst Reiseblogger hat interessante Gespräche mit anderen Reisenden gesammelt und veröffentlicht sie als Podcast. Unter anderem mit Berichten von Reisebloggern wie Tim Chimoy über Finnland oder Doris Neubauer über Kolumbien. Persönliche Erlebnisse und Reiseinfos gibt es in jeder Folge aus erster Hand! Unbedingte Hörempfehlung, da sehr abwechslungsreich! Direkt zu den Episoden geht es hier entlang.

Radio Bangkok von Jürgen Scholz ist bereits seit 2007 on air. Die Podcasts erscheinen in loser Folge und bringen Detailinfos über Städte, Regionen, Feste und Themen in Thailand. In kurzen Folgen kann man sich so schnell einen Überblick über Ziele verschaffen, die man selbst in Kürze anstrebt. Direkt zum Feed geht es hier.

Hier geht´s zu Teil 1 und Teil 2 der Serie über Reisepodcasts. Und jetzt ihr: Welche Erfahrungen habt ihr mit Podcasts gemacht? Hört ihr regelmäßig bestimmte? Ich freu mich über Tipps und Neuentdeckungen in den Kommentaren.

 

Demnächst:

Bald startet meine Serie über Sehenswürdigkeiten im Rheinland. Mit meiner Heimatstadt Köln fange ich an und da natürlich mit dem Kölner Dom. Ich habe mir an fünf Stationen in der Kathedrale von einem Experten alles Wichtige erklären lassen. Und vor drei Wochen habe ich Urlaub in der eigenen Stadt gemacht und eins der Hostels mit einer richtig echten Übernachtung getestet. In diesem Jahr wird es drei Hostelchecks im Rheinland geben. Seid gespannt und bleibt dabei!

 

5 Fragen an einen Seebären

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Der Reisebericht von Brigitte Lausch über eine Frachtschiffreise hat mich neugierig gemacht und ich habe meinem guten alten Schulfreund Torsten Stenzel 5 Fragen gestellt. Er lebt bei Hamburg, ist von Beruf Reedereilogistiker und leidenschaftlicher Kenner von Schiffen, Häfen und Meeren. Leinen los!

 

Frage 1: Wie findet man genau das richtige Schiff im Hafen?

In der Regel fährt man nicht selbst zum Schiff, sondern wird im Hafen, in dem man fremd ist, vom Agenten abgeholt und zum Terminal gebracht, an dem das Schiff abgefertigt wird. Die Terminals haben entweder Namen oder sind durchnummeriert. In Hamburg ist das z.B. der Burchardkai oder Schuppen 80/81. In Antwerpen z.B. Zuidnatie Terminal, Liegeplatz 470. Somit weiß man immer sicher, wo das Schiff festgemacht hat. Viel interessanter ist allerdings die Frage, wann das Schiff ankommt bzw. abfährt. Denn es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die einen geplanten Fahrplan aus dem Takt bringen können, wie z.B. das Wetter, technische Defekte, die eine Reparatur erfordern, Verzögerungen beim Ladungsumschlag, neue Häfen, die in den Fahrplan aufgenommen werden oder welche, die aus dem Fahrplan gestrichen werden. Daher sollte man als Passagier auf einem Frachtschiff immer äußerst flexibel sein und auf Änderungen aller Art eingestellt sein.

Frage 2: Was ist das Besondere an einem Frachtschiff? 

Die Ladung gibt den Fahrplan und das Leben an Bord vor. Das Frachtschiff ist dazu konzipiert, eine bestimmte Art von Ladung zu transportieren. Containerschiffe, um Container zu transportieren – Tanker um Öl, Produkte oder Gase zu transportieren – Autofrachter, um Autos zu transportieren usw. Abhängig vom Schiffstyp ist auch das Fahrtgebiet. Containerschiffe fahren zwischen den wichtigen Handelszentren rund um die Welt um die vielen tollen Produkte des täglichen Lebens bei uns auf den Tisch oder ins Haus zu bringen. Schüttgutschiffe (Bulk-Carrier) oder Öltanker fahren von den eher abgelegenen Gegenden, wo z.B. Erze oder Öl gefördert werden zu Produktionsanlagen, in denen die Rohstoffe weiterverarbeitet werden und meistens auch weitab von der Zivilisation liegen. Also – verschiedene Schiffe für verschiedene Zwecke in verschiedenen Fahrtgebieten mit jeweils speziell ausgebildeten Seeleuten.

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Frage 3: Wie sieht der Alltag an Bord eines Frachtschiffes aus?

Die Wachen bestimmen den Alltag an Bord und dauern auf See vier Stunden:

  • Von 00:00 bis 04:00 Uhr (Kommando durch 2. Offizier)
  • Von 04:00 bis 08:00 Uhr (Kommando durch 1. Offizier)
  • Von 08:00 bis 12:00 Uhr (Kommando durch 3. Offizier, unterstützt durch den Kapitän)

In der zweiten Tageshälfte das gleiche noch einmal von vorn. In den Häfen kann von den Zeiten abgewichen werden. Wir fahren bei uns dann zum Beispiel Wachen von 00:00 bis 06:00 Uhr und von 06:00 bis 12:00 Uhr. Die Wachen werden von den wachhabenden Offizieren geleitet und unterstützt von Decksleuten und ggf. Zimmerleuten. Wichtig ist hier die klare Rollenverteilung und Hierarchie. Befehl geben, entgegennehmen und umsetzen. Diskutieren kann man an Land.

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Frage 4: Welche wichtigsten Seemannsbegriffe sollte man kennen?

Man sollte sich an Bord orientieren können, um zu wissen, wo man ist und wo man hin will. Dazu sollten diese Begriffe bekannt sein:

Steuerbord = rechts (Eselsbrücke: “Steuern zahlen ist rechtens”)

Backbord = links

Vorn = Vorderseite

Achtern = Hinterseite.

Auf der Steuerbordseite hat der Kapitän auch seine Kajüte. Wenn man noch ein paar andere Schiffsbewegungen kennt, wie z.B. Rollen, Stampfen, Schlingern, weiß man wovon man seekrank wird :-)

Rollen = das Schiff dreht sich um die Längsachse und die Wellen kommen von der Seite

Stampfen = das Schiff bewegt sich um die Querachse und die Wellen kommen von vorne

Schlingern = Rollen und Stampfen zusammen. Schlingern macht somit am stärksten seekrank!

Frage 5: Wie verhält man sich, wenn man doch mal seekrank wird?

Am besten sucht  man einen Platz auf, an dem die Beschleunigungskräfte so gering wie möglich wirken: Also in die Mitte des Schiffes gehen. Dazu noch ein bisschen frische Luft, Ablenkung und leichte Nahrung. Und jetzt bleibt nur noch zu sagen: Schiff ahoi!

Herzlichen Dank Torsten!

Torsten Stenzel, Reedereilogistiker

Torsten Stenzel, Reedereilogistiker

Zum Schluss empfehle ich euch noch ein bezauberndes Portrait eines Kapitäns zur See, der Jahrzehnte auf der deutschen Hochseeflotte über die sieben Weltmeere schipperte. Charly Behrensen heißt der Mann. Er wird in der WDR5-Sendereihe „Erlebte Geschichte“ portraitiert und bietet neben etwas Seemannsgarn einen guten Einblick in einen starken Beruf. Hier geht´s zum Podcast.

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