Borobudur und Prambanan

Vor den Toren Yogyakartas liegen zwei beeindruckende Tempelanlagen, die man besuchen muss, wenn man hier ist. Borobudur – eine der größten buddhistischen Tempelanlagen Südostasiens und noch vor dem Tempel Angkor Wat in Kambodscha erbaut. Und die hinduistische Tempelanlage Prambanan – nur einige Kilometer von Borobudur entfernt. Beide Stätten gehören zum Weltkulturerbe der Unesco und sind ca. zwischen 750 und 850 nach Christus entstanden.

Für die Besichtigung dieser Tempelanlagen holte mich morgens früh um sieben Uhr ein recht junger und sehr freundlicher indonesischer Guide mit einem Fahrer ab. Er sprach sehr gut englisch und wollte mindestens genauso viel über Deutschland wissen, wie er mir über Indonesien erzählt hat. Auf manche Fragen musste ich leider die Antwort schuldig bleiben. Oder hättet Ihr auf Anhieb gewusst, was das älteste erhaltene Bauwerk in Deutschland ist?

Borobudur

Die aufgehende Sonne ließ die gesamte Tempelanlage morgens gegen acht Uhr in warmem und seidenem Licht erscheinen. Es ist absolut beeindruckend und imposant, sich diesem gewaltigen Koloss langsam zu nähern. Man geht dabei durch einen recht großen Park und kann erahnen, was zur Hochsaison hier los ist. Um die Uhrzeit waren aber glücklicherweise sehr wenig Touristen da, so dass ich die Atmosphäre wirklich auskosten konnte.

Der Borobudur im Morgenlicht

Der Tempel ist quadratisch angelegt und in der größten Spannweite mehr als 120 Meter lang. Auf dem Sockel türmen sich 9 Stockwerke, die man gegen den Uhrzeigersinn in Runden umkreist und ersteigt. Die einzelnen Umrundungen sind mit herrlichen Reliefs verziert, die das Leben des Buddha mit allen möglichen phantastischen Geschichten erzählen. Insgesamt sind sie mehr als fünf Kilometer lang. Da bekommt man einen Eindruck von den Geschichten, Mythen und Bildern anderer Religionen, die einem vollkommen unbekannt sind – bis auf einige Symbole, von denen man schon einmal gehört hat.

Relief

 

Hat man die ersten neun Ebenen erklommen, gelangt man auf drei kreisförmige und sich verjüngende Terrassen mit sogenannten Stupas. In diesen perforierten und glockähnlichen Denkmälern sitzt jeweils ein Buddha. Die Haltung der Hand hat dabei wichtige Bedeutung. Wenn ich es richtig verstanden habe, halten die Buddhas auf den oberen Terrassen die Hände ineinander verschränkt, um Geben und Nehmen zu symbolisieren.

Obere Terassen mit Stupas

 

Um den Tempel selbst ranken sich Mythen und Geheimnisse, nach einem schlimmen Ausbruch des nahegelegenen Vulkans Merapi im Jahr 1006 wurde die Anlage mit Asche überzogen und verschwand für mehr als 1000 Jahre unter üppiger Vegetation und geriet in Vergessenheit. 1814 wurde sie von (dem Leser schon bekannten) Sir Thomas Raffles wiederentdeckt und ab 1835 dann von Europäern wieder ans Tageslicht gebracht.

 

Besonders reizend war in Borobudur eine Begegnung mit einer indonesischen Schülergruppe, die den Auftrag hatte, Touristen zu interviewen. Mit ihrem eingeübten Englisch stellten sie mir also abwechselnd einige Fragen: “What is your comment about indonesia?” und “What do you think about indonesian people?” und brachen bei jeder Antwort in verlegenes Lachen und hektische Geschäftigkeit über die nächste Frage aus. Sehr sympathisch.

Well done, students!

 

Prambanan

Nicht weniger beeindruckend ist der hinduistische Tempel Prambanan – der größte seiner Art in Indonesien. Es war zwar etwas regnerisch während unseres Besuchs, aber aufgrund der Hitze ganz erfrischend. Die Anlage setzt sich aus acht Tempeln oder Schreinen zusammen. Rund um diese Bauwerke findet man noch ganz viele kleine Tempel. Die drei größten Schreine sind den drei Göttern Shiva, Vishnu und Brahma geweiht und innerhalb der Tempel findet man jeweils ein oder mehrere Statuen.

 

Der größte Schrein in Prambanan (knapp 50 Meter hoch)

 

Im Jahr 2006 wurde Prambanan aufgrund eines schlimmen Erdbebens stark beschädigt. So wird der größte Tempel gerade restauriert und war geschlossen. Besonders an den vielen kleineren Tempel in der Umgebung mit unübersichtlichen und endlosen Haufen von Steinen merkt man, was es für eine Sisyphus-Arbeit sein muss, hier die richtigen Steine für die entsprechenden Schreine zu finden.

Weitere Infos zu beiden Tempeln: http://www.borobudurpark.com/

 

Ramayana

Neben der Anlage in Prambanan erstreckt sich eine große Freilichtbühne, auf der man in den  Sommermonaten vor der abendlichen Kulisse des Tempels das Ramayana genießen kann. Es handelt sich um ein Epos aus dem Sanskrit, welches mit Kostümen und der passenden Musik eines Gamelan-Orchesters aufgeführt wird.

Aufführung des Ramayana

Am Ende dieses langen und beeindruckenden Tages habe ich eine Aufführung dieses Ramayana in Yogyakarta genossen. Die Gamelan-Musik ist auf Dauer etwas anstrengend für die europäischen Ohren, dafür entschädigen aber die Kostüme mit ihrer Farbenpracht und ihren Details. Noch ganz beeindruckt von dem Besuch der Heiligen Stätten Borobudur und Prambanan haben die grazilen Bewegungen und kraftvollen Sprünge der Tänzer und Tänzerinnen diesen Tag  einfach unvergesslich gemacht.

 

2 Kommentare

  1. Hallo,

    ein sehr schöner Bericht und wunderbare Bilder. Danke für den Link. 🙂

    Gruß

    Locke

  2. I’m from Indonesia 🙂
    I am who introduce you about your opinion in Indonesia 😀
    i’m a student 🙂

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