Drachenknochen-Reisterrassen in Dazhai

Am nächsten Tag fuhr ich mit einer kleinen Gruppe zu den Reisterrassen von Dazhai. Sie gehören zu den sogenannten Drachenknochen-Reisterrassen von Longij und sind vor vielen Jahrhunderten angelegt, gehegt und gepflegt worden. Unsere englische Reiseleiterin hieß Wendy und hat uns das Gefühl gegeben, dass sie uns alle sofort in ihr Herz schliesst. Auf der dreistündigen Fahrt zu den Reisterrassen machten wir Halt bei einem der Minderheitenvoelker, den Yao. Sie sind berühmt dafuer, dass die Frauen eine besonders dominierende Stellung haben und lustigerweise die Männer in ihrer Tracht weisse Hosen tragen. Sie führten uns durch ihr Dorf wie in einer Art Freilichtmuseum und erklärten uns ihre Lebensgewohnheiten und Bräuche. Eine ihrer Frauen führte uns ihr langes Haar vor. Bei den Yao werden die Haare nur ein einziges Mal in ihrem Leben geschnitten, mit 18 Jahren. Die Pflege mit Reiswasser erhält die wunderschöne schwarze Farbe und verhindert jegliches Grau.

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Schon ging es weiter Richtung Reisterrassen, höher und höher, denn sie liegen ca zwischen 500 und 1200 Meter über dem Meeresspiegel. Endlich angekommen – ich fand, wir hatten uns reichlich lange bei den Yao aufgehalten, ging es dann los und zwar in einem Affenzahn! Ich hatte mir den Genuss dieser wunderschönen Landschaft ehrlich gesagt etwas ruhiger vorgestellt. Aber Wendy hatte irgendwie Zeitdruck, das Mittagessen würde warten und um drei Uhr führe der Bus, denn sonst kämen wir in die Rushhour. Also gut – ab ins Dorf Dazhai mit einem sehr schmackhaften Essen in geselliger Runde. Und dann drückte Wendy aber erst einmal richtig auf die Tube und jagte uns in einem Affenzahn die Reisterrassen hoch, zu unserem Ziel – dem höchsten Aussichtspunkt. Viele viele Steintreppen und sorgsam angelegte Wege stapften wir also entlang und kamen unserem Ziel auch immer näher. Die letzten 300 Meter habe ich eher wie ein Schluck Wasser in der Kurve erklommen, denn die Steintreppen waren ziemlich steil. Am Ende aber eine fantastische Aussicht.

 

Es ist sehr beeindruckend, zu sehen, was die Menschen mit ihren Hacken und Spaten – Geduld, Mühe und harter Arbeit hier über Jahrhunderte angelegt und kultiviert haben. Den Reis beim Mittagessen hat man mit besonderer “Ehrfurcht” verzehrt, denn an den Arbeitern in den Reisterrassen waren wir ja eben noch vorbei spaziert. Insgesamt leider ein wenig hektisch – ansonsten aber genial und ein absolutes Muss fuer jeden, der nach Yunnan reist.

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