Große Mauer bei Jinshanling!

Ich glaube, heute habe ich mit Abstand die schönsten Bilder meines Urlaubs gemacht! Nach so vielen Highlights in China fragt man sich ja, wie es immer noch etwas geben kann, was noch schöner und aufregender sein kann, aber diese Mauer ist einfach ein Phänomen. Mein Reisetipp: Fahrt zur chinesischen Mauer – sie ist der Hammer!

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Aber der Reihe nach – erstmal muss man ja hinkommen! Ich hatte mir auf besondere Empfehlung (Schönen Dank, liebe Waltraud!) den Abschnitt in Jinshanling ausgesucht. Er liegt etwa 120 km nordöstlich von Peking und sollte ursprünglicher sein als der vielbesuchte Abschnitt in Badaling. Die Strecke rund um Simatai ist derzeit geschlossen. Ansonsten gibt es nicht ganz so viele Abschnitte, die überhaupt geöffnet und begehbar sind. Der Abschnitt in Jinshanling stammt aus der Zeit der Ming-Dynastie um 1500 nach Christus.

Von Peking aus begann meine Anreise vom großen Busbahnhof in Dhongzhimen Richtung Miyun, 50km von Peking entfernt. Die Busbahnhöfe sind hier hervorragend organisiert, so dass ich meinen Bus 980 gut gefunden habe. Von Miyun aus sollte es mit dem Taxi weitergehen. Das klappte hervorragend, denn ich war von dem findigen Aidi aus dem Bus gefischt worden. Er trug mir seinen perfekt ausgearbeiteten Plan mit Hilfe von Karten und vorbereiteten Sheets in Englisch vor und erläuterte mit großen Gesten, dass er jetzt mit mir 70 km nach Jinshanling fahren würde und mich an Parkplatz 1 absetzen würde. Ich könnte dann mit einer Seilbahn zur Mauer hochfahren und 3 Stunden laufen. Er würde auf mich warten, ob 3 Stunden oder 4 Stunden oder sogar viereinhalb Stunden, das sei ihm egal. Ich sollte dann am Parkplatz 2 wieder von ihm in Empfang genommen werden. Und er würde sogar die Maut- und Parkgebühren übernehmen! Genial. Nach einigen Verhandlungen über die finanzielle Seite des Rundum-Paketes brauste er mit mir über die Straßen. Überholen in James-Bond-Manier inklusive. Auf der Fahrt habe ich nach einer tierischen Begegnung mit einer großen Schlange von ca. 1,20 Meter noch einen ganz schönen Schreck bekommen, aber sie schlängelte sich Gott sei Dank zügig vom Auto weg. Aidi lachte nur – während ich mich auf der Mauer schon von Schlangen umzingelt sah, die sich gemütlich in der Sonne räkeln und mich in absolute Panik versetzen. Stimmte aber nicht, da gab´s nur Schmetterlinge 🙂

Am Beginn der Strecke angekommen, stapfte ich munter drauf los – am Ende des Tages wiederum sehr dankbar für meine Wanderschuhe! Da die Seilbahn nicht fuhr, hatte ich den Anstieg von einigen hundert Metern auf Mauerhöhe und dann noch fünf Türme zusätzlich zu bewerkstelligen, das ging aber eigentlich ganz gut. Meine eigentlich Strecke war dann ca. 5 km lang und mit 13 Wehr-Türmen versehen. Die größten unter ihnen waren mit Namen versehen wie dem “Dark Tower”, dem kleinen und großen “Jinshan-Tower”, dem “Flower-Tower” und “Corner-Tower” oder dem “East-Tower with five Holes”.

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Zu Beginn waren die Mauer-Abschnitte noch sehr gut befestigt und teilweise restauriert. Sie erstrecken sich in geschwungenen Bögen und stetigem Auf und Ab wunderschön über die Bergwipfel. Absolut beeindruckend, dieses Bauwerk. Der Weg führt aber auch sehr steil hoch und runter, wie man auf den Bildern sehen kann!Besonders schön ist es auch, zurückzublicken und zu sehen, welchen Weg man schon geschafft hat. Aufgrund der vielen Biegungen und Höhenunterschiede ergeben sich immer wieder neue Perspektiven! Gleichzeitig kann man nach vorne sehen und erahnen, wie lang diese Mauer in Wirklichkeit ist. Bis zum Horizont und darüber hinaus…

War ich zu Beginn meiner Wanderung noch alleine, gesellte sich bald eine Einheimische zu mir, die mich begleitete und auch nicht mehr davon abzubringen war. Mit zunehmender Strecke erzählte sie mir alles mögliche, bis sie nach 1 km endlich mit der Sprache heraus rückte und mir ihre Souvenirs zeigte. Sobald ich meinen “Zoll” bezahlt hatte, ließ sie dann auch von mir ab. Bei den nächsten beiden Türmen wurde ich auch schon erwartet und hatte danach neue Wegelagerer und dachte schon – “das kann ja heiter werden bei den vielen Türmen, die du noch vor dir hast!” Aber irgendwann gaben sie dann Ruhe oder vielleicht trat ich auch konsequent genug auf.

Nachdem ich ungefähr die Hälfte des Weges geschafft hatte, veränderte sich die Beschaffenheit der Mauer, die Aufstiege wurden bröckeliger, die Abstände der Stufen größer und die Seitenbefestigungen weniger. Dieser ursprünglichere Teil hatte seinen besonderen Charme, auch wenn es manchmal nicht so einfach war mit dem Klettern!

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Nach dreieinhalb Stunden hatte ich es geschafft! Mit einem sagenhaften Ausblick Richtung Simatai – dem gesperrten Streckenabschnitt – und einem fantastischen Rückblick auf den gegangenen Weg konnte der Abstieg über zahlreiche Treppen beginnen. Eine Wanderung, an die ich noch lange zurückdenken werde und ein beeindruckendes Bauwerk.

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1 Kommentar

  1. Elisabeth Gepp sagt: Antworten

    Wie großartig, und noch dazu, dass Sie Zeit finden, uns schon mal teilnehmen zu lassen. Danke und noch gute Tage aus Köln wünscht
    Elisabeth Gepp

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