Unterwegs in Yogyakarta

Am Montag begann mein letzter Ausflug innerhalb von Java – für drei Tage bin ich nach Yogyakarta geflogen. Oder wie die Indonesier sagen: Yogja! (Sprich: “Dschogscha”). Die Stadt gilt als geistiges und kulturelles Zentrum der Insel und ist eins von zwei übrig gebliebenen Sultanaten, die es in Indonesien heute noch gibt. Yogyakarta hat darüber hinaus Berühmtheit im Kampf gegen die Kolonialmächte Englands und Hollands erlangt, während des Java-Kriegs um 1825.

Nachdem ich angekommen war – stand aber erst einmal die Gewöhnung an ein neues Fortbewegungsmittel auf dem Programm. Die Fahrradrikscha, die ich sehr schnell zu schätzen gelernt habe! Man hat eine super Aussicht und die Fahrt ist bis auf ein paar schlechte Straßen auch ganz gemütlich. Das übliche Handeln und Feilschen um den Fahrtpreis zwischen umgerechnet 50 Ct. und 1,50€ hält am Anfang etwas auf, aber ich hatte meine Verhandlungstechnik in kürzester Zeit verbessert, so dass die üblichen Versuche, hier übers Ohr gehauen zu werden, weniger wurden… 🙂 Wenn die Rikschafahrer anfangen mit “Miss, Miss!” und anfangen zu grinsen, ist das jedenfalls ein Zeichen dafür, dass man sich dem richtigen Preis nähert.

Mittendrin statt nur dabei…

 

Nachdem ich die Hauptgeschäftsstraße ein bisschen erkundet hatte, ergab sich ein Gespräch mit einigen Einheimischen, die mir den Weg zu einer „Kunstakademie“ für Batik zeigten. Denn für Batikarbeiten ist Yogja berühmt. So landete ich tatsächlich in einem sehr versteckten Atelier, dass ich niemals selbst gefunden hätte und konnte in der Werkstatt bei der Anfertigung zusehen. Mit einer Feder und kleinem Wachskännchen wird der flüssige Wachs auf den Stoff gebracht. Je nachdem, welcher Teil dann abgedeckt ist, erhalten die Stoffe nach und nach ihre Tauchbäder in den verschiedenen Farben. Die Geduld und Muße der Malerinnen kann ich nur bewundern – von meiner Keramikausbildung kenne ich es auch, still zu sitzen, um das Dekor aufzubringen. Mit heißem Wachs hätte ich dabei allerdings nicht hantieren mögen.

Besuch in der Batikwerkstatt

Der Chef dieser Werkstatt nahm sich jedenfalls viel Zeit und so erwarb ich schließlich zwei schöne Arbeiten. Anscheinend hatte er damit den Coup des Tages eingeheimst, er bot mir an, mir auf seinem Heimweg noch zwei andere Werkstätten für Holz und Leder zu zeigen. Das war zwar der sichere Indikator dafür, dass ich nicht genug gehandelt hatte, aber gut. Also – schwupps drauf auf das Moped und mit dem mir ganz sympathischen Geschäftsmann als Beifahrerin quer durch Yogja gebraust. Den herrlichen Fahrtwind kann man wirklich gut gebrauchen bei dem Wetter hier.

Figur im Entstehen für das Schattenspiel Wayang-Kulit

Nachdem ich mich erfolgreich gegen weitere Verkaufsangebote gewehrt hatte – es gibt wunderschöne Sachen hier, sowohl traditionell als auch modern – klang der Abend in einem netten „Restaurasi“ aus. Denn am nächsten Morgen sollte es um 7 Uhr in der Früh wieder los gehen…

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