Eine unvergessliche Fahrt nach Padang

Wir sind auf dem Weg nach Padang und haben uns vom Lake Toba und unserem Guide Rahmad verabschiedet. Mit einem zweiten Fahrer Patti, dem Großvater von Eddi :-),  werden wir heute und die ganze Nacht durch über 600 km Richtung Padang zurück legen. Mein Vater und ich sind gespannt, wie es klappt, rechnen aber mit jeder Menge unvergesslicher Strassen und einiger Anstrengung. Overnight in the Bus eben.

Ruckelpiste vom Feinsten
Und Schlaglöcher dazu…

Patti fährt uns in etwas ruppigem Stil durch kleine Bergdőrfer und vorbei an großen Reisfeldern. Wunderschön! Wir halten bei der letzten Aussichtsmöglichkeit auf den Tobasee und genießen den Blick von der anderen Seite.

Reisfelder
Reisfelder

Reispflanzen

Das Spannende an dieser Fahrt ist, dass man nie so recht weiß, was gleich passiert, da Patti und Eddi wenig Englisch sprechen. So lassen wir uns überraschen. Nach einer abenteuerlichen Fahrt durch den nächtlichen Dschungel sind wir am nächsten Tag in Padang angekommen und warten auf die Fähre auf die Insel Sikuai. Zwischendurch schien es uns, als wollte es nie mehr hell werden. Umgeben von weiteren Touristentransporten, LKW’s mit den abenteuerlichsten Ladungen, den üblichen Mopeds und Fußgängern schob und fuhr man über die schmalen Bergpfade. Diese Karawane machte mit der entsprechenden Beleuchtung der Fahrzeuge, besonders die Hippiebusse haben hier bunte Scheinwerfer, reichlich Eindruck auf die Atmosphäre – dazu der Urwald mir lauten Nachtgeräuschen.

Die spannendsten Ereignisse habe ich leider verschlafen, so dass eine Polizeikontrolle und ein kleiner Auffahrunfall mit unserem Bus an mir vorüberzog – so etwas stört die Indonesier aber in keinster Weise. Ist halt eine Macke mehr im Wagen. Interessant wurde es aber, als plötzlich Stau im Dschungel ausbrach :-). Begleitet von hitzigen Diskussionen und Anweisungen der Männer, wie man jetzt welchen LKW eine anscheinend entstandene Unfallstelle passieren ließ, verbreitete die Situation leichte Nervosität bei mir. Vor uns stand vor allem ein vollgepackter Laster mit lebendigen Fischen in kleinen Tüten. Man fragt sich, wie man auf so eine Idee kommen kann! Ich glaube, die standen kurz vorm Kollaps, bis es nach einiger Zeit doch weiter ging.

Noch im Dunkeln erreichten wir Padang – der nächste Programmpunkt hieß “Breakfast”. Wir fanden uns in einer einheimischen Bude wieder – vor einem Teller Nasi Goreng, Spiegelei, Kroepok, Tomate und Gurke – eben das klassische Frühstück für Indonesier. Ich habe nicht viel runterbekommen. Währenddessen wurde es endlich hell und kurze Zeit später genossen wir den Ausblick auf den indischen Ozean. Auch die längste Nacht geht mal vorbei und es warten herrliche Aussichten!

Indischer Ozean

Wenn wir gewusst hätten, wie diese Etappe verläuft, hätte man wahrscheinlich einen anderen Reiseweg gewählt. Jetzt sind wir gerade deswegen stolz, alles gut überstanden zu haben! Unser Fahrer Patti verabschiedete sich heute auf jeden Fall mit hoch erhobenen Armen und dem Ausspruch: “We are gesund and stark wie Mohammed Ali”. Wir freuen uns nun auf einen vollen Tag auf Sikuai. Dort gibt es genau ein Hotel, welches uns Ausspannen und Schnorcheln verspricht.

 

 

2 Kommentare

  1. Oh Mann, ich hab das auch schon mal durchgemacht.
    Von Parapat am Lake Toba sollte es mit dem Sleeper Deluxe VIP mit Reclining Seats nach Bukittinggi gehen. Mit vier Stunden Verspätung kam der Bus und statt der geplanten 12 Stunden waren wir fast 17 Stunden unterwegs. Nach einer Stunde der erste platte Reifen und eine weitere Stunde später der nächste. Und natürlich mussten alle Passagiere raus und den Bus schieben. Da haben wir noch so einiges mitgemacht. Und dann kommt man in Bukittinggi an und erfährt, dass der tolle Holztempel im Vorjahr abgebrannt ist. Das sagt einem vorher natürlich auch keiner 😀

    1. Elisabeth sagt: Antworten

      Haha, klingt ebenfalls nach einer großartigen Erfahrung! 🙂 Wie gut, dass die stressigen Erlebnisse auf Reisen im Nachhinein betrachtet entweder an Witz oder Romantik gewinnen. Irgendwie ist man doch auch stolz, es erlebt zu haben… LG!

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