Verbotene Stadt, Kaiserpalast und Kohlehügel

Heute bin ich mitten in die große Geschichte Pekings eingetaucht und habe mir als erstes die Verbotene Stadt mit dem Kaiserpalast angeschaut. Nachdem Genosse Mao seinen prüfenden Blick über jeden Besucher streifen lässt, betritt man die riesige Anlage durch verschiedene Tore und Höfe. Eines größer und prächtiger als das andere! Natürlich ist man auf dem Gelände nicht alleine. Aber dennoch strahlen die Paläste, Gebäude und Höfe eine ganz besondere Atmosphäre auf die Besuchermasse ab. Je weiter man die Anlage entdeckt, desto mehr kann man die historische Bedeutung in sich aufnehmen. Ich habe jedenfalls oft gedacht: Was mögen diese Mauern schon alles gesehen und gehört haben?

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Es ist zauberhaft, die Halle der höchsten Harmonie nun in echt sehen zu können und sich vorzustellen, welche Szenen aus dem Film “Der letzte Kaiser” wohl auf welchem Innenhof gedreht wurden. Oder die monumentale Steinplatte vor dem Palast der höchsten Harmonie zu entdecken, die so genannte Yunlong-Platte. Dieser Steinblock diente dem Kaiser als Weg an besonders hohen Feiertagen. Sie ist ca. 16m lang x 3m breit x 1,5m dick.  Der Transport aus den Bergen erfolgte über extra angefertigte Eisbahnen – so schafften viele tausend Arbeiter den Transport in rund einem Monat. Sie mussten wohl alle 500 Meter einen neuen Brunnen für das Wasser ausheben! Besonders gut gefallen haben mir auch die kaiserlichen Gärten mit einem schönen Kontrast aus frischem Grün inmitten der vielen Mauern.

Etwas profan, aber im Rückblick ganz lustig: Beim Besuch der endlich erspähten Toilette in einem Seitenflügel wäre ich fast eingeschlossen worden! Das wär´s noch gewesen – eine Nacht im Kaiserpalast 🙂 Glücklicherweise habe ich hinter einigen Biegungen noch einen verwinkelten Weg zurück zum Hauptstrom gefunden. Wieso passiert so was eigentlich immer mir?

Einen besonders schönen Blick über die Verbotene Stadt hat man vom Kohlehügel aus, der sich direkt am hinteren Ausgang des Palastes erhebt. Nachdem ich ihn erklommen hatte, wurden die Ausmaße des Kaiserpalastes noch einmal so richtig deutlich:

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Der Blick vom Kohlehügel auf die andere Seite offenbarte mein nächstes Ziel: Durch die Hutongs, die engen Gassen, wollte ich mich zum Trommelturm und Glockenturm durchschlagen. Der Trommelturm ist hier auf der mittleren Achse, am Horizont zu erkennen.

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Auf der anderen Seite des Kohlehügels schloss sich zunächst aber eine kunstvoll angelegte Parkanlage an, in der einige Leute zur Musik aus der Konserve im Grünen tanzten! Eine etwas strenge Tanzlehrerin unterbrach die Paare immer wieder und korrigierte die Technik. Die Alten sitzen dann am Rand und schauen zu oder wagen ab und zu auch einmal ein Tänzchen. Und beim Tanzen machen die Chinesen wirklich eine fabelhafte, elegante und fröhliche Figur! Ob so etwas wohl auch in Deutschland denkbar wäre? 🙂

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Auf den nächsten Kilometern habe ich verschiedene Hutongs, die traditionellen Bebauungen Pekings besucht. Einige waren so richtig schön schraddelig, andere sehr gepflegt und quasi restauriert. Nachdem ich schon einige Kilometer hinter mir hatte, habe ich nach erfolgreicher Verhandlung mit einem Rikschafahrer eine hübsche Tour durch zwei neue Hutongs ausgehandelt und mich noch ein bisschen treiben lassen.

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Am Trommelturm angekommen, hatte ich mal wieder richtig Glück! Kurze Zeit später fand eine der wenigen Vorführungen des Tages an den großen und kleinen Trommeln im Turm statt. Das war wirklich ein tolles Schauspiel! Die Jungs marschierten auf, dass es einem schon etwas mulmig werden konnte und veranstalteten ein ordentliches Getöse. Dass man sich auf diese Weise Gehör und Respekt verschaffen kann, konnte man sich da gut vorstellen…

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